Entwicklung der Abteilung Söllingen
Seit mindestens Mitte des 18. Jahrhunderts bestand in Söllingen zwar eine Spritzenmannschaft, deren Einsatz im Brandfalle war aber mehr oder weniger dem guten Willen der Ortsbewohner überlassen. Die erste organisierte und in der Verantwortung des Gemeinderates stehende Löschmannschaft wurde 1873 konstituiert. 1874 wurde vom Bezirksamt Rastatt die Organisationsstruktur der Löschmannschaft und im Jahr darauf die Statuten der freiwilligen Feuerwehr Söllingen genehmigt.
Diese erste freiwillige Feuerwehr in Söllingen wurde nach kurzem Bestehen aufgrund von Geldmangel und fehlender Unterstützung seitens der Gemeinde 1887 wieder aufgelöst. So übernahm die Gemeinde die Kosten für Reinigung und Instandhaltung der Spritze nur, wenn diese bei einem Einsatz gebraucht wurde, aber nicht wenn die Feuerwehr sie zu Übungszwecken einsetzte, was zu Verdruss und Austritten bei den Feuerwehrmännern führte.
Zur Aufrechterhaltung des Feuerschutzes wurde in der Folgezeit von der Gemeinde wieder eine Löschmannschaft aufgestellt. Erst wieder mit Inkrafttreten des Gesetzes über das Feuerlöschwesen, in dem die Forderung nach einer freiwilligen Feuerwehr verankert wurde, gründete man 1938 in Söllingen wieder eine freiwillige Feuerwehr. Zum Kommandanten wurde Bürgermeister Karl Mast bestimmt.
Weil die meisten Männer zum Wehrdienst eingezogen waren, wurde der Feuerschutz während der Kriegsjahre 1944/1945 von Frauen und Mädchen aufrechterhalten.
Seit 1975 ist die Feuerwehr Söllingen als eigenständige Abteilungswehr Teil der Freiwilligen Feuerwehr Rheinmünster.
Löschgerätschaften und Feuerwehrfahrzeuge
Die erste eigene Feuerspritze besaß die Gemeinde Söllingen erst ab 1813, nachdem von der Stadt Rastatt deren bisherige zweite Feuerspritze - eine Fahrspritze nach alter Bauart - angekauft wurde. Die Spritze war damals grün lackiert und beiderseits mit dem Ortswappen gekennzeichnet.
1869 kaufte die Gemeinde Söllingen bei Glockengießer Schweiger in Rastatt eine neue, pferdegezogene Fahrspritze, die bis 1940 im Einsatz war.
Die erste Motorspritze - eine TS 8/8 der Firma Bachert - erhielten die Söllinger Wehrmänner 1942. Mit dem zugehörigen Anhänger konnte die Spritze nun auch mit einem Traktor gezogen werden. Die Spritze wurde 1970, der Anhänger erst 1989 außer Dienst gestellt.
Nach dem Bau der Trinkwasserversorgung 1954 und der Installation von Ober- und Unterflurhydranten wurde noch ein handgezogener Schlauch- und Hydrantenwagen angeschafft.
Das erste Fahrzeug erhielt die Feuerwehr Söllingen 1970. Ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 TS der Firma Metz. Bis 1995 war diese Fahrzeug im Einsatz. Es wurde von einem LF 8/6 abgelöst. Mit diesem Fahrzeug hat die Abteilung Söllingen ein multifunktionales Einsatzgerät, den erstmals können 600 Liter Wasser mitgeführt wurden, für technische Hilfeleistungseinsätze ist ein hydraulisches Rettungsgerät und für die Wasserförderung eine Tragkraftspritze und eine Heckpumpe an Bord.
Feuerwehrgerätehäuser
Beim Neubau des Söllinger Rat- und Schulhauses 1834 (heutige Ortsverwaltung) wurde im Hof auch eine Remise zur Aufbewahrung der Feuergerätschaften erbaut.
Ab 1841 waren die Feuerspritze und die Löschgerätschaften in einer zum Spritzenmagazin umgebauten Wohnung des Hirtenhauses im Schwarzwasser untergebracht, welches später wieder zu Wohnung umgebaut wurde und 1913 abgebrannt ist.
1864 erbaute die Gemeinde in der Rheinstraße ein neues Spritzenhaus mit Wachstube und Arrestlokal, das 1936 zu Wohnungen umgebaut wurde (heutiges Gemeindewohnhaus).
Ab diesem Zeitpunkt standen die Löschgerätschaften wieder in der alten Remise hinter dem Rathaus. 1941 wurde dann das heutige Feuerwehrgerätehaus in Poststraße erbaut.
Da dieses Gerätehaus nicht mehr dem erforderlichen Standard entspricht, lgibt es seit Jahren den Wunsch nach einem zeitgemäßen Neubau.
Löschwasserversorgung
Bereits 1836 waren zur Löschwasserversorgung zwei gemeindeeigene Brunnen, einer am Rathaus, der andere am Pfarrhaus vorhanden. 1941 wurde zwei heute noch benutzte Löschwasserbrunnen und 1952 vier weitere, von denen zwei ebenfalls noch benutzt werden, errichtet. Eine bedeutende Verbesserung der Löschwasserversorgung brachte der Bau der Trinkwassernetzes 1954.
Jugendfeuerwehr
Der Aufbau einer Jugendgruppe in Söllingen begann Ende der 1960er Jahre, als mehrere Jugendliche ihr Interesse am Feuerwehrdienst bekundeten. Im Spätjahr 1969 wurden die ersten Proben abgehalten. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Jungs zu dieser Gruppe hinzu, so dass 1971 die Jugendfeuerwehr Söllingen offiziell gegründet und beim Deutschen Jugendfeuerwehrverband angemeldet werden konnte.
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